Bevor Sie in Deutschland ein Geschäft starten, sollten Sie sich Gedanken über dessen Form machen. In Deutschland werden die Gesellschaftsformen in Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften aufgeteilt. Die einzelnen Gesellschaftsformen haben ihre Vor- und Nachteile. Einige sind gut für Kleinunternehmen, andere eignen sich besser für ein mittleres oder großes Business. Auch die steuerliche Behandlung der einzelnen Gesellschaft ist dabei unterschiedlich. Lassen Sie sich in einem persönlichen Gespräch von uns beraten. Wir zeigen Ihnen entsprechend Ihren individuellen Erfordernissen die geeignete Gesellschaftsform für Ihr Geschäft.

Die gängigsten Formen sind:

1.GmbH

Die GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das Stammkapital beträgt bei einer GmbH mindestens 25.000 Euro. Die Haftung des/der Gesellschafter(s) ist auf die Höhe des Stammkapitals beschränkt. Die Gründung der GmbH Erfolg sobald mindestens 12.500 Euro des Stammkapitals auf das Konto der Gesellschaft eingezahlt sind.

Gesellschafter der GmbH können natürliche und juristische Personen sein, auch ausländische Firmen. Jeder Gesellschafter der GmbH kann auch gleichzeitig Geschäftsführer der GmbH sein.

Diese Gesellschaft ist bestens für mittleren und großen Business geeignet und genießt in Deutschland und Europa einen sehr guten Ruf.

2.UG (haftungsbeschränkt) oder „Mini-GmbH“

Die Mini-GmbH ist eine Unterform der „normalen“ GmbH und wurde erst 2008 ins Leben gerufen. Diese Gesellschaft ist am besten für Startups geeignet und wird rechtlich korrekt UG (haftungsbeschränkt) genannt. Der wesentliche Unterschied zu der normalen GmbH ist die Stammeinlage. Diese beträgt mindestens 1 Euro. Allerdings müssen immer 25 % des Jahresüberschusses in ein Rücklage eingestellt werden. Erreicht die Rücklage die Summe von 25.000 Euro so kann die Mini-GmbH in eine reguläre GmbH umgewandelt werden.

3.AG

Die Aktiengesellschaft ist neben der GmbH eine weitere Kapitalgesellschaft. Sie ist für mittlere und große Geschäfte geeignet. Das Grundkapital für eine AG beträgt mindestens 50.000 Euro. Mit Einzahlung von mind. 25.000 Euro auf das Konto der Gesellschaft wird die AG ins Handelsregister eingetragen. Die einzelnen Anteile an der Gesellschaft nennt man Aktien. Die Aktiengesellschaft hat drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Der Vorstand übernimmt dabei die Leitung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat wählt die Mitglieder des Vorstandes und überwacht dessen Arbeit. Die Hauptversammlung besteht aus allen Aktionären und stellt die Mitglieder des Aufsichtsrates. Die Hauptaufgabe der Hauptversammlung besteht in der Regel in der Bestimmung der groben Ausrichtung der Gesellschaft, näheres wird durch das Aktiengesetz geregelt.

4.OHG

Die OHG ist eine Personengesellschaft bestehend aus natürlichen oder juristischen Personen, zur Ausübung eines Handelsgewerbes. Sie muss von mindestens zwei Personen gegründet werden und die Bezeichnung „offene Handelsgesellschaft“, abgekürzt OHG, tragen. Die Gründung einer OHG ist nicht an eine Kapitaleinlage gebunden. Die Gesellschafter haften mit ihrem Gesamtvermögen für die Verbindlichkeiten der OHG.

5.KG

Die KG ist auch eine Personengesellschaft wie die OHG. Der wesentliche Unterschied zu der OHG ist, dass mindestens ein Gesellschafter mit seinem Gesamtvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet (der sogenannte „Komplementär“) und ein weiterer Gesellschafter nur mit seiner Kapitaleinlage haftet (der sogenannte „Kommanditist“). Im Gegensatz zum Komplementär hat der Kommanditist nur beschränkte Mitwirkungs- und Kontrollmöglichkeit bezüglich der Gesellschaft.

6.Zweigniederlassung / Tochtergesellschaft / unselbständige Niederlassung

Die Zweigniederlassung ist eine wirtschaftlich selbständige Niederlassung. Sie ist zwar räumlich von der Hauptniederlassung getrennt, hat aber keine eigene Rechtspersönlichkeit.

Sie muss auch in das Handelsregister eingetragen werden und kann dieselben Geschäfte abwickeln wie die Hauptniederlassung.

Dagegen ist die Tochtergesellschaft rechtlich eigenständig. Sie wird von der Muttergesellschaft kontrolliert und stellt ein wirtschaftlich unselbständiges Unternehmen dar. Das rechtliche Verhältnis wird in der Regel durch Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge geregelt.
Eine unselbständige Niederlassung ist eine rechtlich unselbstständige, feste Geschäftseinrichtung eines Unternehmens. Sie wird auch als Betriebstätte bezeichnet.

Die unselbständige Niederlassung gewinnt als Alternative zur Tochtergesellschaft für grenzüberschreitend tätige Unternehmen zunehmend an Bedeutung.

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